Edelstahldestillen

Professionelle Edelstahldestillen mit Kolonnen, Edelstahl-Schlangen- und/ oder Gegenstromkühler sowie professioneller Spannverschlusstechnik

Vorteile

  • Hygiene durch 100 % Edelstahl,
  • keine Grünspangefahr,
  • Reinigung ein Kinderspiel, die Schlange können ist zum Reinigen einfach herauszuziehen. 

Edelstahl vs. Kupfer
Damit haben Sie keine Probleme mehr, die bei Kupferdestillen bei falscher Reinigung oder Lagerung auftreten können. Professionelle Brenner wissen, warum sie im Dampfleitungs- und Kühlerbereich ausschließlich auf Edelstahl setzen. Kupfer wurde früher eingesetzt, weil es einfacher zu verarbeiten ist, Edelstahl gab es noch nicht. Heute wird Kupfer bei professionellen Brennanlagen hauptsächlich noch für die Brennblase verwendet, weil es für Destilliergeräte mit Wasserbad eine bessere Wärmeleitung hat. Die einer Kupferanlage zugesprochene katalytische Wirkung ist nicht wissenschaftlich nachgewiesen und in kleineren Brennereien selbst bei Richtigkeit dieser Hypothese nicht möglich, denn dazu müsste der gesamte Dampf die innere Kupferoberfläche benetzen, und das ist physikalisch unmöglich. Auch wir bauen noch Kupferanlagen, weil sie einfacher herzustellen und günstiger anzubieten sind und daher trotz allem auch weiterhin nachgefragt werden. Edelstahl-Anlagen haben aber eine längere Lebensdauer, so dass sie auf langer Sicht nicht teurer sind.

Blausäure und Schwefelverbindungen in der Maische
Die einer Kupferanlage nachgesagte katalytische Wirkung beruht auf der Tatsache, dass Kupfersalz Schwefelverbindungen, aber auch Cyanid (Blausäure), die in Steinobstmaischen auftreten, in der Schlemme binden kann. Gerade im Falle der Blausäure sollte man sich daher auf keinen Fall auf eine katalytische Wirkung einer Kupferanlage verlassen, weil hier gesundheitliche Gefährdungen maßgeblich sind. Wirklich wirksam lässt sich die Blausäure nur durch CYANUREX® beseitigen. Aber auch Schwefelverbindungen, die beim Gärprozess entstehen, lassen sich wirksam mit CYANUREX® beseitigen. Die Notwendigkeit dafür sollte aber in einer Probedestillation mit anschließender sensorischer Prüfung festgestellt werden, denn Schwefelverbindungen entstehen nicht in jedem Fall.

Wozu benötigt man Kolonnen
Bei unseren Anlagen sind 2 Kolonnenarten möglich:

  1. Die Füllkörperkolonne mit Siebboden, die direkt auf den Destilliertopf aufgesetzt wird und zunächst einfach eine Brenntopferweiterung ist, wenn die Maische über den Siebboden hinaus in die Anlage gefüllt wird. Das Gesamtbrennvolumen einer Anlage wird daher immer incl. dieses Zusatzvolumens angegeben. Bei der 20 Liter Brennanlage ergibt sich das Volumen daher aus Destilliertopf (13 Liter) + Kolonnentopf (7 Liter) = Destilliervolumen (20 Liter). Soviel Maische kann bezogen auf eine Maischetemperatur von 20 °C maximal in die Anlage eingefüllt werden. In der Praxis wird die Anlage aber nicht randvoll gefüllt, sondern man berücksichtigt:
  • Die Volumenausdehnung bei Erhitzung,
  • Raumbedarf bei schäumender Maische, 
  • Aufspritzen dicker Maischebrei-Cluster aufgrund von Siedeverzug.

Je nach Beschaffenheit der Maische füllt man daher ein bis drei Liter weniger ein. Bei flüssigem, nicht schäumendem Destilliergut kann man die Anlage höher befüllen als wenn z. B. ein hoher Anteil von festem Maischekuchen im oberen Kolonnentopf ist.
Bleibt man mit dem Flüssigkeitsspiegel unterhalb des Siebbodens des Kolonnenaufsatzes, so erzeugt man die sogenannte Rektifikation an diesem Siebboden, das ist das Zurückfließen der höher siedenden Anteile (z. B. Wasser und Fuselöle) und das Durchlassen der niedriger siedenden Anteile (z. B. Ethanol, das ist der Trinkalkohol). In dieser Form ist der Kolonnenaufsatz keine Brenntopferweiterung mehr, sondern tatsächlich eine Kolonne. Wer diesen Rektifikationseffekt verstärken möchte, kann eine oder beide Kolonnen mit Füllkörpern bestücken. Dazu eignen sich entweder Raschig-Ringe oder Edelstahlwolle. Beim Brennen von Obst ist die Füllkörperbelegung nicht empfehlenswert, weil damit auch Aromaverluste verbunden sind. Vorteilhaft sind Füllkörper bei der Destillation von Korn- und Kartoffelmaischen, vor allem aber zur Erzeugung von Primasprit aus Zucker oder Melasse. Wenn Sie z. B. einen möglichst reinen Wodka erzeugen möchten, befüllen Sie die Kolonnen mit Raschig-Ringen oder Edelstahlwolle. Es gibt zahlreiche Variationsmöglichkeiten, so dass Sie Ihr spezielles Produkt erzeugen können.
Beim Brennen von Obstmaische mit zwei oder mehr Kolonnentöpfen kann die jeweils oberste Kolonne zur Aromaverstärkung mit frischem, zu den gemaischten Sorten spezifischem Obst belegt werden. Branntweinfremde Obstsorten sollten im Kleinversuch getestet werden, denn häufig ergeben sich daraus nachteilige sensorische Irritationen.

Mit unseren Edelstahlanlagen mit Kolonne könnten Sie auch niederprozentige, mit Reinzuchthefe und ohne Zuckerzugabe vergorene, Obstmaischen in einem Arbeitsgang brennen. Dazu reicht es im Allgemeinen den Topf durch das Sieb der Kolonne zu befüllen, so dass die festen Bestandteile in der Kolonne bleiben und unten im Brenntopf nur Flüssigkeit ist.
Wir empfehlen allerdings bei reiner Vergärung des Brenngutes ohne Zuckerzugabe Destilliertopf und Kolonnen zunächst als Brenntopf zu nutzen, d. h. man füllt Maische über die Kolonnenböden hinaus bis etwa 2 cm unterhalb des Randes der obersten Kolonne. Man nutzt die Kolonnen also als Brenntopferweiterung. In einem Grobbrand wird über den gesamten Temperaturbereich (bis 98 °C am Destilliertermometer) alles destilliert. Bei größeren Maischemengen derselben Sorte wird das Destillat (Grobbrand) aus mehreren Destilliersitzungen gesammelt, bis die gesamte Maische einer Sorte gebrannt ist. In einem 2. Destilliergang werden die Kolonnen auch tatsächlich zu diesem Zweck genutzt. Der eigentliche Brenntopf wird jetzt mit dem Destillat aus den ersten Destillationen soweit gefüllt, bis der Branntwein-Pegel ca. 1 cm unter dem 1. Kolonnenboden steht. Dadurch kann sich noch Dampf zwischen Flüssigkeitsoberfläche und Kolonnenboden entwickeln.
Im 2. Brand, dem sogenannten Feinbrand werden nun Vor- und Nachlauf vom Mittellauf, dem sogenannten Edelbrand, getrennt. Sofern man keine 2 Kühlsysteme hat, empfiehlt es sich bei einem Schlangenkühler die Kühlschlange für die Vorlauftrennung noch nicht anzuschließen.

Unsere Anlagen eignen sich:

  • mit Liebigkühler zum Herstellen von ätherischen Ölen, die Kolonne (Aromakorb) ist zwingend erforderlich für die Wasserdampfdestillation,
  • zum Herstellen von Obstgeist und Kräutergeist mit Branntwein (mit versteuertem Branntwein).
  • als Schnapsdestille für Brennrechtinhaber, für Gewerbe und Export - insbesondere für aromastarke Obstbrände.

Worauf Sie beim Destillenkauf achten sollten:

  • Fragen Sie bei Vergleichsangeboten nach der Literzahl der Brennblase - sie sollte hinreichend groß sein. Bedenken Sie, dass Sie bei einer 20%-igen Maische (mit Turbohefe) etwa 10% reines Alkohol-Destillat erhalten, beim unserer 20- Liter-Anlage also ca. 2 Liter. Die Destillierzeit bei kleinen und großen Anlagen ist fast dieselbe.
  • achten Sie bei Maischesieben auf hinreichende Engmaschigkeit, bei einigen Anbietern sind sie als Anbrennschutz unbrauchbar,
  • achten Sie darauf, dass eine Dichtung zwischen Brennblase und Helm ist; diese sollte auf keinen Fall aus Gummi sein, weil Gummi Ihr Destillat verdirbt,
  • achten Sie bei gesteckten Verbindungen im Dampfbereich, dass eine Dichtung vorhanden ist - sonst pfeift der Dampf heraus, am besten PTFE (Teflon) oder EPDM, auf keinen Fall Gummi
  • achten Sie bei Thermometern auf die richtige Lage. Ein Destillierthermometer gehört nicht auf dem Helm. Die Temperatur muss entweder an dem Übergang ins Geistrohr oder direkt hinter der Umlenkung Steigrohr-Geistrohr gemessen werden,
  • verwenden Sie keine Ganzeintauch-Thermometer (Sie erkennen diese an der fehlenden Markierung für die Eintauchtiefe). Viele Anbieter von Thermometern behaupten, dass diese zum Destillieren geeignet sind; das ist falsch. Bei uns bekommen Sie ein geeignetes Destillierthermometer dazu.

Anwendungsbereich und Pflege unserer Destillieranlagen

Alkoholdestillation

Unsere Destillieranlagen sind ausschließlich zur Destillation von Alkohol hauptsächlich aus Alkohol-Wasserlösungen geeignet. Dazu zählen insbesondere auch pflanzliche Alkoholmaischen zur Gewinnung von Trinkbranntwein. Bei der Destillation von vergorenen Zucker-/Pflanzenmaischen kann es nicht zu Schädigungen des Materials kommen.

Bei Alkohollösungen mit anderen chemischen Lösungsmitteln handelt es sich um nicht bestimmungsgemäßen Gebrauch, bei dem es in der Destillierblase zu Korrosionen kommen kann. Darüber hinaus kann es bei nicht bestimmungsgemäßen Gebrauch zur Zerstörung von Dichtungen kommen.

Destillation von ätherischen Ölen

Unsere Destillieranlagen sind zur Erzeugung von Hydrolaten (mit ätherischen Ölen) im Anwendungsbereich der Wasser- oder Wasserdampfdestillation geeignet. Für die Verwendung von anderen Lösungsmitteln sind unsere Destillieranlagen nicht geeignet.

Die Gefahr von Korrosion an den Destillierkesseln besteht auch bei der Verwendung stark chlorhaltigen Wassers. Gerade beim Einsatz von Edelstahl zum Destillieren mit chlorhaltigem Leitungswasser kann es durch Abnahme des Wassers im Destillierkessel zur Konzentrierung von Chloriden kommen. Bei anschließend zu wenig Pflege kann das zu optischen Beeinträchtigungen in Form brauner Verfärbung führen. Die Ursache hierfür kann Kondensatbildung mit Chloridanreicherung an der Oberfläche ohne regelmäßige Reinigung sein. Die stark durch Chlor- und Säureverbindungen belastete Atmosphäre kann auch bei hoch legierten Edelstählen zu großflächigen braunen Verfärbungen sowie Lochfraß führen. Bei der Lochfraß-Korrosion wird die Passivschicht des Edelstahls „selektiv“ an speziellen Punkten durchbrochen. Auf der Stahloberfläche können Grübchen oder Löcher entstehen. Lochfraß-Korrosion wird durch Halogen-Ionen (vor allem Chloridionen) verursacht. Auch Rückstände die beim Verdampfen chlorhaltiger Lösungen entstehen, können Ausgangspunkte von Lochfraß sein. Deshalb müssen Rückstände und Ablagerungen regelmäßig beseitigt werden. Ablagerungsstoffe können mit Spülmittel und normalem Leitungswasser abgespült werden. Stärker anhaftende Chloridablagerungen müssen manuell entfernt werden. Dabei sind auch die etwas unzugänglicheren Stellen zu berücksichtigen. Werden Chloridablagerungen nicht sorgfältig entfernt, führt dies nach einer gewissen Zeit unweigerlich zur Rostbildung!

Zulässige Grenzwerte für den Werkstoff 1.4301 (V2A):

Chlor-Gehalt: 150 mg/I

ph-Wert: 7,0 bis 7,8

Zulässige Grenzwerte für den Werkstoff 1.4571 (V4A):

Chlor-Gehalt: 400 mg/l

ph-Wert: 6,8 bis 8,2

Sie können die o. g. Auswirkungen im Übrigen vermeiden, wenn Sie für die Wasserdampfdestillation destilliertes oder entmineralisiertes Wasser verwenden. Sie erzielen darüber hinaus mit destilliertem Wasser bessere Destillationsergebnisse.

Wegfall von Garantie- und/oder Gewährleistungsansprüchen bei nicht bestimmunggemäßen Gebrauch

Schäden aufgrund nicht bestimmungsgemäßen Gebrauchs oder die durch die Folgen nicht regelmäßiger Reinigung und Pflege nach Kontamination mit aggressiven Stoffen entstehen, sind nicht durch Garantie- oder Gewährleistungsansprüche abgedeckt.


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